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SEO Audit Checkliste 2026: 47 Punkte die Sie selbst prüfen können

TL;DR

Ein vollständiges SEO Audit ist bei einer Agentur eine merkliche Investition. Die meisten Punkte können Sie aber mit kostenlosen Tools selbst prüfen — Sie brauchen dafür Google Search Console, PageSpeed Insights, Lighthouse und ein bisschen Geduld. Diese Checkliste deckt 47 der wichtigsten Audit-Punkte ab, gegliedert in 5 Phasen: Technisches SEO, On-Page, Content, Backlinks und User Experience.

PhasePunkteAufwandTools
Technisches SEO142–3 StundenGSC, PageSpeed, Lighthouse
On-Page SEO92 StundenBrowser, GSC
Content SEO62 StundenGSC, Siteliner
Backlink Analyse41 StundeGSC, Ahrefs Free, Ubersuggest
User Experience330 MinutenGSC, Analytics

Wir bei exponent machen SEO Audits regelmäßig — auch für unsere eigene Website. Diese Checkliste ist genau das, was wir intern abarbeiten, bevor wir Empfehlungen aussprechen.


Was ist ein SEO Audit?

Ein SEO Audit ist eine systematische Bestandsaufnahme Ihrer Website aus SEO-Sicht. Ziel ist es, alle Faktoren zu identifizieren, die Ihr Google-Ranking aktuell beeinflussen — positiv wie negativ. Am Ende haben Sie eine Liste konkreter To-Dos, sortiert nach Aufwand und erwartetem Impact.

Ein gutes Audit beantwortet drei Fragen:

  1. Wo stehe ich gerade? (Status quo: Rankings, Indexierung, technische Gesundheit)
  2. Was hindert mich daran, besser zu ranken? (Probleme & Engpässe)
  3. Was sind die wichtigsten Hebel? (Quick Wins vs. langfristige Maßnahmen)

Die meisten Selbst-Audits scheitern daran, dass man wahllos Tools laufen lässt und am Ende mit 200 Warnungen dasteht — von denen die Hälfte irrelevant ist. Die folgende Checkliste hilft Ihnen, strukturiert vorzugehen.


Phase 1: Technisches SEO

Technisches SEO ist die Basis. Wenn Google Ihre Seite nicht crawlen oder indexieren kann, hilft auch der beste Content nichts.

1.1 Crawling & Indexierung

Punkt 1: robots.txt prüfen

Rufen Sie https://ihredomain.at/robots.txt auf. Stellen Sie sicher, dass keine wichtigen Seiten via Disallow: blockiert sind. Häufiger Fehler: Nach einem Relaunch wurde Disallow: / aus der Staging-Umgebung übernommen — und blockiert die ganze Live-Site.

Punkt 2: sitemap.xml vorhanden und aktuell

Ihre Sitemap sollte unter https://ihredomain.at/sitemap.xml erreichbar sein und in der Google Search Console eingereicht sein. Sie enthält alle indexierbaren URLs und sollte automatisch aktualisiert werden.

Punkt 3: Indexierungs-Status in der Search Console

Öffnen Sie die GSC → Seiten. Vergleichen Sie die Anzahl indexierter Seiten mit der tatsächlichen Anzahl wichtiger Seiten Ihrer Website. Große Diskrepanzen sind ein Warnsignal.

Punkt 4: Indexierungs-Probleme

Im selben Bericht sehen Sie, welche Seiten nicht indexiert werden — und warum. Häufige Gründe: Soft 404, „durch noindex ausgeschlossen", „Duplikat ohne vom Nutzer ausgewählten kanonischen Tag".

1.2 Status Codes & Redirects

Punkt 5: 404-Fehler

In der GSC unter „Seiten" finden Sie eine Liste mit „Nicht gefunden (404)". Jeder 404 auf einer ehemals existierenden Seite ist verschenktes Ranking-Potenzial. Lösung: 301-Redirect auf die nächstbeste Seite.

Punkt 6: Redirect-Chains

Mehrfach-Weiterleitungen (A → B → C → D) verlangsamen die Seite und kosten Linkjuice. Tool: Screaming Frog (kostenlos bis 500 URLs).

Punkt 7: HTTPS überall

Alle Seiten müssen via HTTPS erreichbar sein. Mixed Content (HTTPS-Seite, die HTTP-Ressourcen lädt) ist ein No-Go.

1.3 Mobile & Performance

Punkt 8: Mobile-Friendly Test

Google indexiert mobil-zuerst. Test: search.google.com/test/mobile-friendly.

Punkt 9: Core Web Vitals

In der GSC finden Sie den Bericht „Core Web Vitals". Die drei Metriken: LCP (Largest Contentful Paint, sollte < 2.5 s sein), INP (Interaction to Next Paint, < 200 ms), CLS (Cumulative Layout Shift, < 0.1).

Punkt 10: PageSpeed Insights

Tool: pagespeed.web.dev. Ziel: 90+ auf Mobile UND Desktop. Alles unter 70 ist kritisch.

1.4 Strukturelle Faktoren

Punkt 11: JavaScript Rendering

Wenn Ihre Seite stark auf clientseitiges JavaScript setzt (klassische SPAs ohne SSR), prüfen Sie in der GSC unter „URL-Inspektion" → „Live-Test" → „Gerenderter HTML", ob Google den Content tatsächlich sieht.

Punkt 12: Schema Markup

Strukturierte Daten helfen Google, Ihren Inhalt zu verstehen. Validator: validator.schema.org. Mindestens: Organization, BreadcrumbList, Article (für Blogs), LocalBusiness (für lokale Anbieter).

Punkt 13: Canonical Tags

Jede Seite sollte einen <link rel="canonical"> haben. Bei Duplicate-Content-Risiko (Filter, Sortierungen, Tracking-Parameter) zeigt der Canonical auf die Hauptversion.

Punkt 14: Hreflang (bei mehrsprachigen Sites)

Wenn Sie DE/EN oder AT/DE-Versionen haben, prüfen Sie die hreflang-Tags. Häufiger Fehler: Selbstreferenz fehlt oder Rückreferenzen sind inkonsistent.


Phase 2: On-Page SEO

On-Page betrifft alles, was Sie direkt auf Ihren Seiten optimieren können.

Punkt 15: Title Tags einzigartig & relevant

Jede Seite braucht einen einzigartigen Title. 50–60 Zeichen, Hauptkeyword vorne, Markenname hinten.

Punkt 16: Meta Descriptions

Werden zwar nicht direkt fürs Ranking verwendet, beeinflussen aber die Click-Through-Rate. 140–160 Zeichen, mit Call-to-Action.

Punkt 17: H1 pro Seite

Genau eine H1 pro Seite. Sie enthält das Hauptkeyword und beschreibt das Thema klar.

Punkt 18: Heading-Hierarchie

Saubere Struktur: H1 → H2 → H3. Keine Sprünge (H1 → H4) und keine H-Tags fürs Styling.

Punkt 19: Content-Länge passend

Es gibt keine magische Wortzahl, aber: Wenn die Top-10-Konkurrenten zu Ihrem Keyword 2.000 Wörter schreiben, kommen Sie mit 400 nicht weit.

Punkt 20: Keywords im Content (natürlich)

Hauptkeyword im Title, in der H1, im ersten Absatz und 2–3 Mal im Fließtext. Keyword Stuffing vermeiden.

Punkt 21: Bilder mit Alt-Tags

Alle Bilder brauchen ein alt-Attribut, das beschreibt, was zu sehen ist. Keine Keywords reinquetschen, einfach beschreibend.

Punkt 22: Interne Verlinkung

Jede wichtige Seite sollte aus mindestens 2–3 anderen relevanten Seiten verlinkt sein. Anchor-Text aussagekräftig (nicht „hier klicken").

Punkt 23: URL-Struktur

Kurze, sprechende URLs. /leistungen/seo statt /?p=1234. Bindestriche statt Unterstriche. Keine Umlaute.


Phase 3: Content SEO

Punkt 24: Content-Qualität

Schreiben Sie für Menschen oder für Google? Lesen Sie Ihre Texte laut vor. Wenn sie sich seltsam anhören, sind sie zu sehr auf Keywords optimiert.

Punkt 25: Themen-Relevanz

Passt der Inhalt zum Thema, das die Seite verspricht? Eine Seite zu „SEO Audit" sollte nicht plötzlich über App-Entwicklung sprechen.

Punkt 26: Aktualität

Wann wurde der Text zuletzt aktualisiert? Bei Themen wie SEO, Recht oder Technologie ist alles über 12 Monate verdächtig.

Punkt 27: Duplicate Content

Mehrere Seiten mit (fast) identischem Inhalt? Tool: siteliner.com.

Punkt 28: Keyword-Cannibalization

Konkurrieren zwei Ihrer eigenen Seiten um dasselbe Keyword? In der GSC: Suchen Sie nach einem Keyword und schauen Sie sich die Spalte „Seiten" an. Wenn mehrere Seiten für dasselbe Keyword ranken, ist das oft kontraproduktiv.

Punkt 29: Search Intent Match

Ihre Seite muss die Absicht hinter der Suchanfrage erfüllen. Wer „SEO Audit" sucht, will eine Anleitung — keine Verkaufsseite.


Punkt 30: Anzahl Backlinks

Wie viele Domains verlinken auf Sie? Tool: GSC unter „Links" oder Ahrefs Free Webmaster Tools.

Punkt 31: Qualität der Backlinks

Nicht jeder Link zählt gleich. Ein Link von einer Hochschule oder einer großen Branchenseite ist mehr wert als 100 Links aus Linkverzeichnissen.

Punkt 32: Anchor-Text-Verteilung

Eine natürliche Anchor-Text-Verteilung enthält Markenname, URL, generische Begriffe („hier", „Website") und nur einen kleinen Anteil exakt-passender Keywords. Wenn 80 % Ihrer Backlinks „SEO Wiener Neustadt" als Anchor haben, riecht das nach Manipulation.

Punkt 33: Toxic Links

Spam-Links von russischen Glücksspielseiten? Google ignoriert die meisten heute selbst. Wenn Sie sicher gehen wollen: Disavow-Tool verwenden — aber nur, wenn Sie wirklich wissen, was Sie tun.


Phase 5: User Experience Signale

Punkt 34: Bounce Rate

In Analytics. Eine hohe Bounce Rate auf wichtigen Landing Pages ist ein Warnsignal.

Punkt 35: Verweildauer

Wie lange bleiben Nutzer auf der Seite? Unter 30 Sekunden bei einem Blogartikel ist schlecht.

Punkt 36: Click-Through-Rate aus der Suche

In der GSC: CTR vergleichen mit dem Durchschnitt für die jeweilige Position. Position 3 mit 2 % CTR ist unterdurchschnittlich — meist ein Hinweis auf schlechte Title/Description.


Die 47-Punkte Audit Checkliste

#PhasePrüfpunktTool
1Technischrobots.txt prüfenBrowser
2Technischsitemap.xml vorhandenGSC
3TechnischIndexierungs-StatusGSC
4TechnischIndexierungs-ProblemeGSC
5Technisch404-FehlerGSC
6TechnischRedirect-ChainsScreaming Frog
7TechnischHTTPS überallBrowser
8TechnischMobile-Friendly TestGoogle Test
9TechnischCore Web VitalsGSC
10TechnischPageSpeed Insights ScorePSI
11TechnischJavaScript RenderingGSC URL-Inspektion
12TechnischSchema MarkupSchema Validator
13TechnischCanonical TagsBrowser
14TechnischHreflang (mehrsprachig)Hreflang Checker
15On-PageTitle Tags einzigartigScreaming Frog
16On-PageMeta DescriptionsScreaming Frog
17On-PageEine H1 pro SeiteBrowser
18On-PageHeading-HierarchieBrowser
19On-PageContent-Länge angemessenManuell
20On-PageKeywords natürlichManuell
21On-PageAlt-Tags an BildernLighthouse
22On-PageInterne VerlinkungScreaming Frog
23On-PageURL-Struktur sauberManuell
24ContentContent-QualitätManuell
25ContentThemen-RelevanzManuell
26ContentAktualitätManuell
27ContentDuplicate ContentSiteliner
28ContentKeyword-CannibalizationGSC
29ContentSearch Intent MatchGoogle SERP
30BacklinksAnzahl DomainsGSC / Ahrefs
31BacklinksLink-QualitätAhrefs / Manuell
32BacklinksAnchor-Text-VerteilungAhrefs
33BacklinksToxic LinksAhrefs
34UXBounce RateGA4
35UXVerweildauerGA4
36UXCTR aus SucheGSC
37TechnischXML-Sitemap-FormatGSC
38TechnischFavicon vorhandenBrowser
39TechnischCompression aktiviertPSI
40TechnischBrowser-CachingPSI
41On-PageOpen-Graph-TagsBrowser
42On-PageTwitter-Card-TagsBrowser
43ContentLesbarkeitManuell
44ContentAuthor-Bio (E-E-A-T)Manuell
45BacklinksBrand MentionsGoogle Alerts
46UX404-Seite gestaltetBrowser
47UXCookie-Banner UXBrowser

Kostenlose Tools für Ihr SEO Audit

ToolWas es kann
Google Search ConsoleIndexierung, Rankings, technische Fehler, Backlinks
PageSpeed InsightsPerformance & Core Web Vitals
Lighthouse (Chrome)Vollständiger technischer Audit direkt im Browser
Schema ValidatorStrukturierte Daten prüfen
Mobile-Friendly TestMobile Tauglichkeit
Screaming Frog (free)Bis 500 URLs technisches Crawling
Ahrefs Webmaster ToolsBacklinks der eigenen Seite (kostenlos)
UbersuggestKeyword-Recherche (limitiert kostenlos)
SitelinerDuplicate Content

Wann lohnt sich eine Agentur?

Eine professionelle Agentur lohnt sich, wenn:

  • Sie nach dem Selbst-Audit nicht wissen, welche Punkte Sie priorisieren sollen
  • Ihre Website über 100 Seiten hat (manueller Aufwand wird zu groß)
  • Sie wiederkehrend (monatlich/quartalsweise) auditieren wollen
  • Es um wirtschaftlich kritische Rankings geht und Sie keine Fehler machen wollen

Bei exponent machen wir SEO Audits ab 5.000 € — inklusive priorisierter Roadmap und konkreten Umsetzungsempfehlungen.


FAQ

Wie lange dauert ein SEO Audit?

Ein gründliches Selbst-Audit dauert je nach Website-Größe 6–10 Stunden. Bei einer Agentur 1–3 Wochen, weil zusätzlich Konkurrenz-, Keyword- und Marktanalyse einfließen.

Wie oft sollte man ein SEO Audit machen?

Einmal jährlich ein vollständiges Audit, monatlich ein „Mini-Audit" der wichtigsten KPIs (Indexierung, Core Web Vitals, Top-Rankings).

Was ist wichtiger: Technical SEO oder Content?

Beides ist nötig. Ohne technische Basis findet Google Ihren Content nicht — ohne guten Content gibt es nichts zu ranken. Faustregel: Bei einer neuen Website 60 % Technik / 40 % Content, bei einer etablierten Website 30 % Technik / 70 % Content.

Kostet ein SEO Audit bei Google Geld?

Nein. Alle direkten Tools von Google (Search Console, PageSpeed Insights, Mobile-Friendly Test) sind kostenlos.

Was bringt mir das Audit, wenn ich die Probleme nicht selbst fixen kann?

Selbst wenn Sie am Ende eine Agentur beauftragen, hilft Ihnen das Audit, die richtige Agentur auszuwählen und ihr Angebot einzuschätzen. Sie gehen informiert ins Gespräch.


Nächste Schritte

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