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Förderungen

KMU.DIGITAL Förderung Q2 2026: So stellen österreichische KMU den Antrag für ein Website- oder App-Projekt

TL;DR

  • KMU.DIGITAL (aktuell KMU.DIGITAL 4.0) ist das wichtigste Digitalisierungs-Förderprogramm für österreichische KMU, abgewickelt von aws (Austria Wirtschaftsservice) im Auftrag des BMWET in Kooperation mit der WKO.
  • Die Umsetzungsförderung erstattet 30 % der förderfähigen Projektkosten, maximal 6.000 € pro Projekt (förderbare Kosten 2.000–30.000 € exkl. USt). Die Beratungsförderung liegt bei 80 % (Status- & Potenzialanalyse, max. 400 €) bzw. 50 % (Strategieberatung, max. 1.000 €), gesamt max. 3.000 € pro Unternehmen.
  • Der realistisch erwartbare Zuschuss bei einem 5.000-€-Website-Projekt liegt bei 1.500 € (30 %).
  • Antragstellung vor Projektstart. Rückwirkende Förderung ist ausgeschlossen — das ist der häufigste Ablehnungsgrund.
  • Wichtig (Stand Juni 2026): Das Budget ist derzeit ausgeschöpft — eine Neu-Antragstellung ist aktuell nicht möglich. Je nach Jahres-Tranche kann sich das Programm wieder öffnen; den aktuellen Status auf kmudigital.at prüfen.
  • Offizielle Richtlinie: aws KMU.DIGITAL Richtlinie und WKO KMU.DIGITAL Seite.

Wer ist förderfähig?

KMU.DIGITAL richtet sich an gewerbliche kleine und mittlere Unternehmen in Österreich. Die offiziellen Kriterien:

  • Sitz oder Betriebsstätte in Österreich
  • Kleinstunternehmen, Klein- oder Mittelunternehmen nach EU-Definition (< 250 Mitarbeiter, Umsatz ≤ 50 Mio. € oder Bilanzsumme ≤ 43 Mio. €)
  • Aktive Gewerbeberechtigung
  • Keine laufende Insolvenz / Sanierung

Freiberufler und Vereine sind in den meisten Modulen nicht förderfähig. Prüfen Sie das pro Modul einzeln — die Bedingungen variieren. Im Zweifel: WKO-Bezirksstelle anrufen oder im usp.gv.at-Förderkompass nachsehen.


Die Module im Überblick

KMU.DIGITAL besteht aus mehreren Modulen. Für Website- und App-Projekte sind primär zwei relevant:

Modul 1 — Beratungsförderung

  • Förderquote: 80 % bei der Status- & Potenzialanalyse, 50 % bei der Strategieberatung
  • Maximaler Zuschuss: max. 400 € (Status- & Potenzialanalyse) bzw. max. 1.000 € (Strategieberatung); Gesamt-Obergrenze für Beratung max. 3.000 € pro Unternehmen
  • Voraussetzung: Beratung durch einen zugelassenen Berater aus der offiziellen KMU.DIGITAL-Beraterliste

Der Sinn des Moduls: Vor der eigentlichen Umsetzung soll ein strukturierter Status analysiert werden. Das ergibt auch bei uns intern immer dann Sinn, wenn noch keine klare Richtung steht.

Modul 2 — Umsetzungsförderung

  • Förderquote: 30 % der förderfähigen Projektkosten
  • Maximaler Zuschuss: max. 6.000 € pro Projekt (förderbare Kosten zwischen 2.000 und 30.000 € exkl. USt)
  • Voraussetzung: konkretes Umsetzungsprojekt mit Angebot, Zeitplan und Zielen

Dies ist der Teil, der Website-, App- und Digitalisierungsprojekte direkt bezuschusst.

Die oft zitierten „9.000 €"

Die Summe taucht als theoretischer Maximalzuschuss auf — sie entsteht nur, wenn Beratung und Umsetzung gemeinsam voll ausgeschöpft werden: max. 3.000 € Beratung plus max. 6.000 € Umsetzung. Für ein reines Website-Projekt ist der realistische Betrag deutlich kleiner (bei 5.000 € Projektvolumen etwa 1.500 € Umsetzungsförderung). Die einzelne Umsetzungsförderung ist auf 6.000 € gedeckelt — wer „9.000 € für die Website" verspricht, rechnet die Beratung mit hinein.


Der Antragsprozess Schritt für Schritt

Schritt 1 — Projekt sauber beschreiben (vor Antragstellung)

Bevor Sie den Antrag öffnen, brauchen Sie:

  • Angebot der ausführenden Agentur oder des Entwicklers mit aufgeschlüsselten Leistungen
  • Projektziele in einem Absatz (Warum, Was, Messgröße)
  • Zeitplan mit realistischem Start und Ende
  • Rolle der Digitalisierung im Antrag: Welches Problem löst das Projekt, welcher Nutzen entsteht?

Wichtig: Das Projekt darf noch nicht gestartet sein. Erster Tag des Projekts muss nach dem Förderzusage-Datum liegen. Wer bereits unterschrieben hat, verliert die Förderfähigkeit — kompromisslos.

Schritt 2 — Unterlagen bereithalten

  • Firmenbuchauszug oder Gewerbeschein
  • Letzter Jahresabschluss oder Einnahmen-Ausgaben-Rechnung
  • Angebote der beauftragten Dienstleister
  • Nachweis der KMU-Einstufung (Mitarbeiteranzahl, Umsatz)
  • De-minimis-Erklärung (falls zutreffend)

Schritt 3 — Online-Antrag

Der Antrag läuft über das aws-Fördermanager-Portal. Der Prozess:

  1. Registrierung als antragstellendes Unternehmen
  2. Auswahl des Moduls (Beratung oder Umsetzung)
  3. Eingabe Projektdaten, Upload der Unterlagen
  4. Plausibilitätsprüfung durch aws (meist 2–6 Wochen)
  5. Förderzusage oder Rückfrage

Bis zur Zusage nicht starten. Warten Sie den offiziellen Bescheid ab.

Schritt 4 — Umsetzung

Nach der Zusage können Sie starten. Bewahren Sie alle Rechnungen, Zahlungsbelege und Nachweise auf. Ohne diese Unterlagen ist keine Auszahlung möglich.

Schritt 5 — Endabrechnung

Nach Projektabschluss reichen Sie eine Endabrechnung ein: Rechnungen, Zahlungsnachweise, kurze Projektbeschreibung mit Ergebnis. aws prüft und zahlt den Zuschuss aus. Typische Durchlaufzeit: 4–12 Wochen.


Rechenbeispiel: Business-Website mit 5.000 € Projektvolumen

PositionBetrag
Netto-Projektkosten Business-Website5.000 €
Förderfähiger Anteil (nach Bereinigung)5.000 €
Umsetzungsförderung 30 %–1.500 €
Ihre Eigenkosten netto3.500 €

Das sind realistische Zahlen für ein typisches KMU-Website-Projekt. Wenn zusätzlich das Beratungsmodul genutzt wird, sinken die Eigenkosten weiter — der Zusatzaufwand ist aber nicht in jedem Projekt sinnvoll.

Wenn Sie mehrere Module kombinieren (optimistisches Szenario)

PositionBetrag
Strategieberatung2.000 €
Beratungsförderung 50 % (max. 1.000 €)–1.000 €
Umsetzung Website5.000 €
Umsetzungsförderung 30 %–1.500 €
Gesamtkosten Ihnen4.500 €
Gesamtförderung2.500 €

Wichtig: Die Beratungsförderung ist gedeckelt (Status- & Potenzialanalyse max. 400 €, Strategieberatung max. 1.000 €, gesamt max. 3.000 €), die Umsetzungsförderung auf max. 6.000 € pro Projekt. Mehr Förderung ist erst möglich, wenn zusätzliche Aktionen mit höherem Projektvolumen im gleichen Antrag mitlaufen.


Die 5 häufigsten Ablehnungsgründe

  1. Projekt vor Förderzusage gestartet. Absoluter Killer. Kein Spielraum. Auch Vorab-Zahlungen zählen als „gestartet".
  2. Unklares Projektziel. Wer im Antrag nur „moderne Website" schreibt, wird zurückgeschickt. Der Antrag braucht ein nachvollziehbares Warum und ein messbares Ziel.
  3. Unvollständige Angebote. Pauschalangebote ohne Leistungsaufstellung werden nicht anerkannt. Die Agentur muss die Leistungen klar aufschlüsseln.
  4. KMU-Status falsch deklariert. Mitarbeiterzahl, Umsatz, Verbundene Unternehmen — das sind die drei häufigsten Fehler. Wer im Konzern hängt, ist oft kein KMU im Sinne der Förderung.
  5. De-minimis-Obergrenze überschritten. Viele Förderungen laufen unter De-minimis. Wer in drei Jahren kumulativ über der Schwelle ist, bekommt keinen weiteren Zuschuss.

Häufige Fragen

Wann öffnet sich das nächste Antragsfenster?

Das Programm läuft formal bis 31.12.2026, das Budget wird aber in Jahres-Tranchen vergeben und kann ausgeschöpft sein. Stand Juni 2026 ist das Budget ausgeschöpft — eine Neu-Antragstellung ist aktuell nicht möglich. Je nach Jahres-Tranche kann sich das Fenster wieder öffnen. Den aktuellen Status auf kmudigital.at bzw. der aws-Richtlinien-Seite prüfen oder die WKO-Bezirksstelle fragen.

Kann ich meine Agentur selbst wählen, oder gibt es eine Liste?

Für Beratungsmodule müssen Sie einen zugelassenen KMU.DIGITAL-Berater wählen. Für Umsetzungsmodule ist die Auswahl frei — Sie können jede kompetente Agentur oder jeden Freelancer beauftragen.

Werden auch laufende Kosten gefördert?

Nein. KMU.DIGITAL fördert Umsetzungsprojekte, nicht laufenden Betrieb. Hosting, SaaS-Abos, Wartung sind nicht förderfähig.

Was ist, wenn mein Antrag abgelehnt wird?

Lesen Sie die Begründung sorgfältig. Viele Ablehnungen sind behebbar (fehlende Unterlagen, falsche Einstufung). Ein korrigierter Antrag kann erneut eingereicht werden, solange das Projekt noch nicht gestartet wurde.

Werden kleine Projekte auch gefördert?

Ja — es gibt Mindest-Projektgrößen (meist im niedrigen vierstelligen Bereich), aber kein Maximum außer den Modul-Deckeln. Für sehr kleine Projekte (< 2.000 €) ist der Antragsaufwand oft größer als der Nutzen.

Kombinierbar mit aws Digitalisierung oder FFG?

Teilweise. Es gibt klare Kumulierungsregeln — nicht jede Förderung lässt sich stapeln. Im Förderungs-Übersichtsartikel gehen wir auf die wichtigsten Kombinationen ein.


Wie wir bei Projekten unterstützen

Wir sind keine zugelassenen KMU.DIGITAL-Berater — wir sind das Unternehmen, das Ihr Umsetzungsprojekt ausführt. Was wir anbieten:

  • Angebote in der Form, die aws erwartet: aufgeschlüsselt, mit klaren Leistungen und Zeitplan.
  • Projektbeschreibung auf Wunsch als Entwurf, den Sie im Antrag verwenden können.
  • Beleg-taugliche Rechnungsstellung für die Endabrechnung.
  • Warten auf die Förderzusage, bevor wir starten — damit Sie nicht aus Versehen Ihre Förderfähigkeit verlieren.

Wenn Sie Unterstützung für die Beratung brauchen, vermitteln wir gerne einen zugelassenen KMU.DIGITAL-Berater aus unserem Netzwerk.

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Weiterführende Artikel:


Stand: April 2026. Die Förderhöhen, Deckel und Bedingungen unterliegen den jeweils aktuellen Richtlinien. Für den verbindlichen Text siehe die aws-Richtlinie.

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